Fotos aus Aachen Aachenfotos Aachener Fotos All Nations Cup Kurpark Classix 2008 Internationaler Karlspreis Aachen Chio Aachen NetCologne-Domspringen auf dem Katschhof Fotografie Aachen
Aktuell  |  Nachrichtenarchiv  |  Fotoarchiv  |  Termine  |  Links  |  Impressum  |  Disclaimer

Blickpunkt Aachen

Aktuell

Nachrichtenarchiv

Fotoarchiv

Termine

Links

Impressum

Disclaimer

Karlspreis 2017 für Timothy Garton Ash

Timothy Garton Ash wird mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. Das haben der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Vorsitzende des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen, Dr. Jürgen Linden, am heutigen Sonntag (22.1.) im Rathaus der Stadt bekanntgegeben. Die Preisverleihung, bei der der renommierte britische Historiker und Publizist für seine Verdienste um die Einheit Europas ausgezeichnet wird, findet am Himmelfahrtstag, 25. Mai, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. In einer ersten Reaktion sagte Garton Ash dem Direktoriumsvorsitzenden Linden, dass er sich geehrt fühle und über diese hohe Auszeichnung sehr freue. In der Begründung des Karlspreisdirektoriums heißt es: "In Würdigung seines herausragenden wissenschaftlichen und publizistischen Werks ehrt das Direktorium im Jahre 2017 den Historiker Prof. Timothy Garton Ash, einen überzeugenden und bedeutenden englischen Europäer und europäischen Engländer, der das Vereinigte Königreich zur europäischen Wertegemeinschaft zählt und wertvolle Beiträge zum Selbstverständnis Europas leistet; der gegen den Brexit argumentierte, heute unter dem Ergebnis leidet, aber nicht aufgeben will, für eine enge Bindung des Vereinigten Königreichs und der EU einzutreten." Oberbürgermeister Marcel Philipp beschrieb Garton Ash, den das Direktorium einstimmig am Samstag gewählt hat, als Historiker, der den europäischen Integrationsprozess nicht nach kurzfristigen oder tagespolitischen Ereignissen bewerte: "Er sieht die Krise vor dem Hintergrund komplexer Zusammenhänge und weist darauf hin, dass unsere Welt durch die digitale Revolution und Vernetzung große Umwälzungen erlebt und dabei die vertraute Ordnung überwunden wird." Garton Ash ist ein weltweit anerkannter Experte für Europäische Gegenwartsgeschichte am St. Antony’s College der Universität Oxford. Mit Garton Ash ehre das Karlspreisdirektorium einen Verfechter der Demokratie und ihrer Prinzipien, die besagen, dass eine liberale und offene Debattenkultur sowie die Verteidigung der Wahrheit gegenüber der Lüge in der Kommunikation erhalten bleiben müsse, heißt es in der ausführlichen Begründung. Direktoriumsvorsitzender Dr. Jürgen Linden hob hervor, dass der britische Historiker Garton Ash "den Populisten und Vereinfachern unserer Zeit die Stirn bietet und Ideen entwickelt, wie wir uns in der globalisierten Welt verhalten sollten". Dabei gebe er wichtige Anstöße für den Erhalt unserer Werte wie Freiheit, Frieden und Demokratie sowie Wahrhaftigkeit, Toleranz, Recht und Selbstbestimmung. Linden betonte, dass die Gestaltung der gemeinsamen europäischen Zukunft "heute mehr denn je den offenen Dialog braucht", und sie brauche die Beteiligung vieler – der Bürgerinnen und Bürger, der Politik und der Wirtschaft, der Kultur und der Wissenschaft. Für den Karlspreis biete ein Preisträger Garton Ash den Aufbruch zu neuen Debattenformaten und Darstellungsformen. Geschichtswissenschaft, Journalismus und politische Analyse. Beeindruckt zeigt sich das Karlspreisdirektorium vor allem davon, dass Garton Ash "jener herausragende Grenzgänger zwischen Geschichtswissenschaft, Journalismus und präziser politischer Analyse" sei, der keinesfalls allein in der Historie verbleiben würde. Linden sagte es so: "Er hat schon früh gesagt, wie Europas neue Geschichte erzählt werden könnte. Als eine ehrliche und selbstkritische Darstellung jenes Fortschritts, der uns von den jeweiligen Vergangenheiten hin zu den gemeinsamen Zielen einer gemeinsamen Zukunft führt." Denn klar sei, wie Garton Ash sagt, „dass wir nicht einfach stehen bleiben können. Wenn wir nicht vorwärts gehen, gehen wir rückwärts. Nicht vorwärts, betone ich, zu irgendwelchen idealisierten Vereinigten Staaten von Europa, sondern zu einer praktischen Konstruktion, die stark genug ist, dem Sturm zu widerstehen“. Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011) oder Martin Schulz (2015), damals Präsident des Europäischen Parlaments. Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde. Verliehen wird neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger zeigt. Quelle: Pressemitteilung Stadt Aachen (Auszug) v. 22.01.2017 (hr / 12.07.17 - 16:00)

 © 2008-2015 Blickpunkt Aachen - Helmut Rüland - Fotografie Aachen - Aachen aktuell
Webdesign, Programmierung + Umsetzung: westwert d e s i g n | lisa west