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Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron ist der Karlspreisträger 2018

Direktorium ehrt den Präsidenten der Französischen Republik für seine kraftvolle Vision von einem neuen Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt in ihrer Rede Macrons leidenschaftlichen Einsatz für Europa und unterstreicht die Wichtigkeit der deutsch-französischen Partnerschaft. 850 Gäste sind bei der Zeremonie im Krönungssaal, unzählige Besucher jubeln anschließend Macron und seiner Frau Brigitte auf dem Katschhof zu. Er fasziniert Millionen von Menschen. In Frankreich. In Europa. Und an diesem Tag auch viele, viele Gäste und Schaulustige in Aachen: Emmanuel Macron. Der Präsident der französischen Republik ist am heutigen Himmelfahrtstag (10. Mai) mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen geehrt worden. Und wer die Faszination Macron begreifen möchte, der ist an diesem Tag genau am richtigen Ort. Ob im ehrwürdigen Krönungssaal des Rathauses, wo die feierliche Zeremonie stattfindet, davor auf dem Marktplatz oder auf dem nahen Katschhof: Wie vor allem auch schon am Abend zuvor sucht der französische Präsident und Karlspreisträger 2018 den direkten Kontakt zu den Menschen. Macron schüttelt Hände, viele Hände, sehr viele Hände. Der Austausch mit den Menschen – ganz offensichtlich eine Herzensangelegenheiten für den 40-jährigen Staatsmann. Dass das Bad in der Menge am Verleihungstag selbst kürzer ausfällt als noch am Mittwochabend, ist vor allem dem engen Terminplan geschuldet. Denn vor seiner Rückkehr nach Frankreich steht für Macron noch ein Besuch in der RWTH Aachen an, wo er mit rund 1000 Studierenden diskutiert. Macron: "Wir dürfen nicht warten!" Im Krönungssaal fand Emmanuel Macron, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Brigitte nach Aachen gekommen war, vor 850 Ehrengästen - darunter mehrere Staats- und Regierungschefs sowie acht ehemalige Karlspreisträger – klare Worte, wie er sich die Zukunft Europas vorstellt. Es war mehr als nur eine Wiederholung der Botschaft aus seiner berühmten Sorbonne-Rede. "Wir dürfen nicht warten, wir müssen jetzt etwas tun", sagte er. Sichtlich gerührt von der Ehre, als Karlspreisträger 2018 ausgezeichnet worden zu sein, forderte Macron mehrfach ein schnelles Handeln für ein gemeinsames, souveränes Europa. Diese Grundbotschaft verpackte er in vier "Gebote", die als Grundlage des künftigen Handelns gelten sollten. "Erstens: Wir dürfen nicht schwach sein und einfach etwas hinnehmen! Zweitens: Wir dürfen uns nicht aufspalten lassen! Die einzige Lösung, die wir in Europa haben, ist die Einheit. Drittens: Wir dürfen keine Angst haben! Wir müssen bereit sein, Verträge zu ändern oder sie womöglich sogar über den Haufen zu werfen. Und Viertens: Wir dürfen nicht warten! Wir müssen jetzt etwas tun." Merkel: "Wir brauchen einen neuen Aufbruch in Europa" Große Erwartungen waren im Vorfeld an die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel geknüpft worden. Im Krönungssaal betonte die Kanzlerin die enge deutsch-französische Partnerschaft und untermauerte den Willen, sich gemeinsam mit Macron für ein starkes und modernes Europa einzusetzen. "Unterschiede trennen uns nicht, sondern sie führen uns immer wieder zusammen. Gerade Deutsche und Franzosen wissen das. Das ist die Herausforderung und ist auch der Zauber Europas. Das habe ich im vergangenen Jahr mit dir immer wieder erlebt", so die Kanzlerin. Sie würdigte vor allem Macrons unbändige Leidenschaft, mit der er für die europäische Idee, aber auch mit der Forderung nach einer Erneuerung des europäischen Projekts eintrete. "Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit Frankreich einen neuen Aufbruch in Europa brauchen", betonte die Kanzlerin. Beide, Angela Merkel und Emmanuel Macron, stellten dabei die wichtige Rolle Europas in einer globalisierten Welt heraus. Auch wenn in keinem der Redebeiträge explizit der amerikanische Präsident Donald Trump erwähnt wurde, so wurde doch deutlich: Nach der Aufkündigung des Atom-Abkommens mit dem Iran durch Trump sei es umso wichtiger, so Merkel und Macron, gemeinsam als starke und verlässliche Partner aufzutreten. "Wollen wir uns unterwerfen? Wollen wir die Tyrannei der Ereignisse hinnehmen? Wer entscheidet – ausländische Mächte oder wir?", fragte Macron, um sogleich die Antwort darauf zu geben: "Lassen wir uns für unsere europäische Souveränität einsetzen! Dafür müssen wir uns organisieren", fand Macron deutliche Worte. Philipp: Neue Energiepolitik ist eine Aufgabe europäischer Dimension Zuvor lobte bereits Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp den Preisträger in den höchsten Tönen: "Herr Präsident Macron, Sie haben eine Geschwindigkeit und zugleich inhaltliche Tiefe wie auch eine mitreißende Präsenz der Gestaltung europäischer Politik an den Tag gelegt, die uns, das Karlspreisdirektorium, sehr beeindruckt. Dafür möchten wir Ihnen unseren Dank und unseren Respekt aussprechen." Philipp sprach zugleich die vielen Herausforderungen an, vor denen der Kontinent stehe. So stellte er unter anderem die Frage, wie eine gemeinsame europäische Energiepolitik aussehen könne. "Die weitere Nutzung von Kohle ist ebenso eine Sackgasse wie die Nutzung der Atomenergie, und da können wir in der Region rund um ein nicht ausreichend sicheres Atomkraftwerk in Tihange bei Lüttich von einer direkten Betroffenheit sprechen, das macht uns Sorgen. Wenn aber die Energieversorgung ohne Kohle und Atomkraft auskommen soll, dann haben wir es mit einer Aufgabenstellung von wahrhaft europäischer Dimension zu tun." Während vor dem Aachener Rathaus neben der pro-europäischen "Pulse of Europe"-Bewegung auch zahlreiche Menschen für die die Abschaltung von Tihange demonstrierten, griff Emmanuel Macron das Thema ebenfalls in seiner Rede auf und bestätigte, dass man eine neue Seite in einer gemeinsamen europäischen Energiepolitik aufschlagen müsse. Viele Menschen stecken ihre Hoffnungen in den dynamischen Staatspräsidenten. Dafür schenkte die Mehrheit der Franzosen Macron im Mai 2017 das Vertrauen, als ihn die Grande Nation in den Elysee-Palast wählte. Aber auch international findet der 40-Jährige große Beachtung, nicht zuletzt wegen seiner Äußerungen zur Europäischen Union, die Macron gemeinsam mit Partnern wie der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel erneuern will. Wenngleich Frankreichs Präsident mit seinem Reformeifer, den er auf vielen politischen Feldern an den Tag lege, in der Heimat teilweise auch Skepsis und Widerstände auslöse, so bleibt doch vor allem haften, dass dieser charismatische Mann schon in seinem ersten Amtsjahr Geschichte geschrieben hat. Denn er gilt als Gegenentwurf zu all jenen, die in Europa und in anderen Teilen der Welt derzeit mit nationalistischen und rechtspopulistischen Tönen die Schlagzeilen beherrschen und Wahlerfolge feiern. Macron steht dagegen für die positive, für die gemeinschaftliche Alternative. Nicht Abschotten, sondern Öffnen lautet sein Credo. Nur im Verbund habe Europa, habe die EU in einer fortschreitend globalisierten Welt eine Chance. Und zwar nicht zum Selbstzweck, sondern um den Menschen die bestmögliche Grundlage zu bieten, in Frieden und unter sozial guten Bedingungen zu leben. Und dies betont Macron immer wieder auch in Aachen. In der Begründung des Karlspreisdirektoriums heißt es zum Preisträger: "Die Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen ehrt im Jahr 2018 den Präsidenten der Französischen Republik, Emmanuel Macron, für seine Vision von einem neuen Europa und der Neugründung des europäischen Projektes, von einer neuen europäischen Souveränität und einer engen, neu strukturierten Zusammenarbeit der Völker und Nationen." Besonders hebt das Direktorium hervor, dass Macrons "Leidenschaft und sein europäisches Engagement, sein Eintreten für Zusammenhalt und Gemeinsamkeit und sein entschiedener Kampf gegen jede Form von Nationalismus und Isolationismus zur Überwindung der europäischen Krise vorbildhaft, im positiven Sinne ansteckend und wegweisend" sei. Dieses Engagement lebt Macron auch an diesem besonderen Himmelfahrtstag in Aachen vor. Mit viel Verve spricht er von seiner Idee eines gemeinsamen Europas und erntet dafür viel Applaus. Am Ende bleibt der Eindruck: Der Karlspreisträger 2018 betrachtet die Auszeichnung als persönliche Verpflichtung, weiterhin mit ganzem Engagement für ein geeintes, modernes Europa einzutreten. Macrons Auftritt in Aachen wird in Erinnerung bleiben und weitere Impulse setzen, so die Hoffnung vieler Akteure. Die Herzen unzähliger Aachenerinnen und Aachener, so viel stand nach aufregenden Stunden und vielen Begegnungen fest, hat Emmanuel Macron erobert: Merci, Monsieur le Président! (Quelle Text: Pressemitteilung Stadt Aachen Fachbereich Presse und Marketing v. 10.05.18) (hr / 11.05.18 - 10:00)

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